Zwei seltene Berggorillas in der Demokratischen Republik Kongo getötet

September 1998 - Zwei der seltenen und vom Aussterben bedrohten Berggorillas (Gorilla gorilla berengei) sind im Virunga-Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo von Wilderern erschossen worden. Nach Angaben der U.S.-Naturschutzorganisation African Wildlife Foundation (AWF) fand der Vorfall bereits Anfang September statt. Opfer waren der junge männliche Gorilla Birori und das drei Jahre alte Weibchen Gasigwa. Der Virunga-Nationalpark liegt im Osten des Landes, nahe der Region, in der Rebellen gegen die Regierung des Präsidenten Laurent Kabila kämpfen. Deshalb vermutet die Biologin Dr. Angela Meder, Sprecherin der Berggorilla & Regenwalddirekthilfe aus Stuttgart, auch einen Zusammenhang zwischen den getöteten Gorillas und den Kämpfen, da die meisten der bewaffneten Männer in dieser Gegend zu den Rebellengruppen gehören. "Da die Wildhüter seit Monaten keine Patrouillen mehr durchführen können, ist es durchaus möglich, daß noch mehr Gorillas getötet worden sind", sagt Dr. Meder. Bereits im Mai 1997 wurden im Virunga-Nationalpark 4 Gorillas während der Kämpfe, die zu Laurant Kabilas Machtergreifung in Kinshasa führten, getötet. Die Konflikte haben die Arbeit in den zur Rettung der Gorillas eingerichteten Nationalparks und den Gorilla-Tourismus zum Stillstand gebracht. Somit entfällt eine wichtige Einnahmequelle, durch die die Nationalparks mitfinanziert wurden. Viele der Aufseher haben bereits seit Januar kein Gehalt mehr bekommen.

Es wird vermutet, daß es noch etwa 300 Exemplare dieser größten Menschenaffen gibt, die nur im Dreiländereck von Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo im Gebiet der Virunga-Vulkane in Höhenlagen von 1500 bis über 3000 Meter vorkommen. Die letzte Berggorilla Zählung fand 1989 statt, seither konnten wegen der andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen keine Bestandsstudien mehr durchgeführt werden.

© U. Karlowski